Das Gute im Menschen…

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Hi Ihr Lieben,

nach einiger Zeit gibt es mal wieder einen Tratsch & Quasselboxbeitrag und zwar, weil besagtes Thema nichts mit Büchern zu tun hat, mich aber vergangenes Wochenende sehr beschäftigt hat. Bereits am Samstag, als wir unterwegs waren mit dem Auto zu einem wunderschön gelegenen Park in unserer Stadt, und wir eine stark befahrere Schnellstraße befuhren, entdeckten wir plötzlich, fast an der Fahrbahn, 5 oder sechs Zuchthühner, die wohl ausgebüxt waren. Keiner außer uns hat angehalten, keinen hat es interessiert, was ich ganz schlimm fand, da ja nicht nur die Hühner in Gefahr waren, sondern auch die Autofahrer. Wenn einem, bei erlaubten 70 kmh, Hühner vor das Auto laufen, wird man bestimmt entweder vor Panik das Lenkrad verreißen oder beim abrupten Ausweichen, eventuell die Gewalt über sein Auto verlieren. Uns ist es dann gelungen, die Hühner wieder zurückzutreiben in die Kleingartenlage, wo sie durch einen nachlässig gesichterten Stacheldraht durchgekrabbelt sind und wir haben einige herumliegende Äste davor verteilt, was jedoch nur eine vorrübergehende Notlösung war.

Was also tun? Die Arche anrufen? Tja, das Problem ist, dass sie am Wochenende nur einen AB laufen haben. In Notfällen soll man also Polizei oder Feuerwehr anrufen. Ich entschied mich für die Polizei, doch leider reagierte der Polizist total genervt, er hatte halt wichtigere Dinge zu tun. So kam mir die Idee mal Facebook durchzuforsten und dann stieß ich auf eine Facebookseite von Tierfreunden, die sämtliche verschwundenen Tiere in unserer Stadt auf ihrer Seite vorstellen. Eine prima Sache!

Zwar war meine Anfrage etwas am Thema vorbei, doch sie haben mir sehr geholfen und so bekam ich kurze Zeit später Kontakt mit einer sehr netten, hilfsbereiten Archemitarbeiterin, die sich um die Sache kümmern wollte. Wir waren recht froh, hatten ein ziemlich ungutes Gefühl wegen der Hühner gehabt. Nur einen Tag später, als wir am Sonntag am Phönixsee spazieren waren, sahen wir eine kleine weiß schwarz gescheckte Babykatze, die voller Panik ins Gebüsch rannte und dort ganz verzweifelt nach dem Muttertier rief. Wir haben alles versucht, die Katze einzufangen, was jedoch nicht geklappt hat. Selbst eine nette Frau, die mit ihrem Sohn und Hund unterwegs war und uns mit einer alten Hundedecke und Hundeleckerlies versorgt hatte und die ebenfalls total lieben Toilettenfrauen, die in der Nähe saßen, konnten leider nicht viel mit uns ausrichten, da die Kleine viel zu ängstlich war. Was also tun? Schweren Herzens sind wir, nachdem wir den Rest Leckerlies dort gelassen hatten, die die kleine Katze gierig aufgefuttert hatte, nach Hause gefahren. Dort habe ich dann nochmal versucht, die Archemitarbeitern zu kontaktieren, die sofort bereit war, nochmal mit Freunden auszurücken, um die Katze einzusammeln. Mein Mann hat sich ebenfalls angeschlossen. Die Aktion „Katzenbaby“ lief dann noch von 22.00 Uhr bis um 1.00 Uhr am Morgen, obwohl alle arbeiten mußten am nächsten Tag! Dank eines sympathischen Anglers, der dort spazieren war und in der Nachbarstadt wohnt, gelang es am Ende dann doch, die Kleine in sichere Verwahrung zu bekommen, denn der Angler ist sogar zwischenzeitlich extra nach Hause gefahren um seinen Kescher zu holen. Die Archemitarbeiterin hat die Kleine erstmal mit zu sich nach Hause genommen und am nächsten Tag beim Tierdoc durchchecken lassen. Sie ist gesund, zwischen 8-9 Wochen alt und weiblich. Sie wurde Emma genannt und ist nun heilfroh, ihr Abenteuer gut überstanden zu haben. Und wir sind ebenfalls heilfroh, dass es doch so viele liebe Menschen gibt, die ehrenamtlich arbeiten, nur um anderen helfen zu können. Mag man auch jeden Tag mit vielen Berichten über idiotische Taten und gestörte, boshafte Menschen im Internet konfrontiert werden- solche Erlebnisse trösten und machen einem klar, dass es doch auch noch die Guten gibt. Und sicherlich, man kann die Welt nicht ändern, doch manchmal bedarf es einfachster kleiner Dinge und jeder von uns dürfte dann in der Lage sein, zu helfen, wenn Not am Mann ist.

Das gilt übrigens auch für Rettungsgassen auf der Autobahn! Statt sich als Gaffer oder Handyfotograf in Szene setzen zu wollen, was ja nun mal total krank ist (Vor allem was soll das? Wer Fotos oder Videos von Unfällen ins Netz stellt, wertet sich nicht auf- im Gegenteil er stellt sich doch selbst als totaler gefühl-und hirnloser Looser hin oder?) , sollte man einfach mal Herz und Einsatz zeigen und vor allem sein Hirn dabei einschalten! Und bitte, selbst in der Urlaubszeit; wer Tiere aussetzt, anstatt sie zum Tierheim zu bringen, ist echt wertloser, als eine Hausstaubmilbe! Auch wenn es durchaus Freigänger unter den Katzen geben sollte. Kleine Babykatzen; Hunde etc. sind einfach nicht in der Lage sich allein durchzuschlagen! Man setzt ja schließlich auch keine Säuglinge aus! (Na ja, der Großteil der Menschheit nicht… war vielleicht ein schlechtes Beispiel… :-( ) Noch ein kurzer Satz zum Thema „Tiere“. Wenn Ihr Eure Tiere mitnehmt im Auto, bitte lasst sie nicht bei heißen Temperaturen im Auto sitzen und rösten! Selbst zehn Minuten reichen da schon aus. Also die Ausrede, ich wollte nur mal kurz zum Bäcker hineinspringen etc. gilt nicht. Wer uneinsichtig sein sollte, mag vielleicht mal einen Selbstversuch wagen und sich zehn Minuten, bei geschlossenem Fenster unter direkter Soneneinstahlung, und ohne Wasser im Auto aufhalten. Zehn Minuten können einem da schon sehr lang werden und extrem auf den Kreislauf schlagen!
Übrigens gibt es mittlerweile auch viele Tierpensionen, die Eure Tiere, wenn Ihr nicht wissen solltet, wo Ihr sie lassen sollt im Urlaub, aufnehmen, oder auch nette Nachbarn und Tierfreunde, die überall im Netz anbieten Eure Tiere in Eurer Abwesenheit zu füttern, wenn Ihr das im Gegenzug auch für sie macht. Es gibt so viele Möglichkeiten, bitte tut Euren Tieren so etwas Grausames nicht an, das haben sie nicht verdient!

Eure Nicci