DVD- Blood Father

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DVD- Blood Father
Darsteller: Mel Gibson, Erin Moriarty, Michael Parks, William H. Macey u.a.
ASIN: B01J2K3E8I
Regisseur: Jean-François Richet
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Splendid Film/WVG
Erscheinungstermin: 28. Oktober 2016
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 86 Minuten
Genre: Actionkrimi

Nicoles Bewertung: 4.5 von 5 Punkten

Blood Father

Nicoles Rezension:

„Vater werden ist nicht schwer…“ Diesen Anfang eines Zitats von Wilhelm Busch dürfte wohl jeder kennen. ;-) Das Vatersein, fällt dem Ex-Knacki und trockenem Alkoholiker John Link jedoch alles andere als leicht, denn sein siebzehnjähriges Töchterchen entpuppt sich ebenfalls als kriminelles Früchtchen, dass sich nach Jahren der Funkstille, endlich wieder bei ihrem Dad meldet. Freilich ist sie in großen Schwierigkeiten und benötigt einen Batzen Geld für ihre Flucht. John, der froh ist, dass er seiner Tochter Lydia endlich einmal helfen kann, bittet um ein Treffen und Lydia stimmt zu. John nimmt sie mit zu sich nach Hause, wo er in einem, mitten in der Wüste liegenden Trailerpark lebt und als Tätowierer arbeitet. Nach seinem langjährigen Gefängnisaufenthalt, will er den Rest seines Lebens als freier und aufrechter Bürger verbringen und so hält er sich seither brav an die Regeln seines Bewährungshelfers.

Dazu passt es jedoch nicht, dass Lydia Drogen und eine Schusswaffe mit sich führt, mit der sie angeblich im Drogenrausch, aus Versehen, ihren um einige Jahre älteren Ex-Lover Jonah erschossen hat, der sie in seine Drogengeschäfte verwickeln und zuvor zwingen wollte, eine unschuldige Frau zu töten. Überhaupt ist Lydia alles andere als eine fügsame Tochter und so muss John zunächst hart durchgreifen, damit sie von den Drogen lässt, was aber gar nicht so einfach ist. Und dann stehen eines Tages auch noch die übrig gebliebenen Gangmitglieder des Exlovers von Lydia vor Johns Trailer, die Lydia zur Rechenschaft ziehen wollen, denn sie glauben, dass sie im Besitz von verschwundenen Drogen ist. Es kommt zur Eskalation zwischen John und der Gang, bei der Johns Trailer fast vollkommen zerstört wird. John ist sogleich klar, dass sich Lydia mit ziemlich schlimmen Typen eingelassen hat und begreift, dass er sämtliche Kontakte von einst bemühen muss, damit zumindest Lydia heil aus der Sache herauskommt. Auf der Reise zu Johns Kumpel „Preacher“, der John noch einen Gefallen schuldig ist, geraten Vater und Tochter mehrfach in Lebensgefahr. Irgendwie scheint es so, als ob die Gang stets weiß, wo sich John und Lydia aufhalten. Und zu allem Überfluss fahndet auch noch die Polizei fieberhaft nach ihnen…

Es gab einmal eine Zeit, da war Hollywoodschauspieler Mel Gibson ein wahres Glückskind, der mit vielen Preisen für seine Leistungen überhäuft wurde. Doch dann wurde er in Hollywood einige Jahre lang, selbstverschuldet, zur persona non grata. Nach einigen mehr oder weniger denkwürdigen Auftritten in B-Movies und vor allem, nachdem reichlich Zeit ins Land gegangen ist und er Abbitte für seine Äußerungen leistete, scheint ihm Hollywood nun wieder vergeben zu haben. „Blood Father“, aus dem Jahre 2016, ist allerdings noch ein Action-B-Movie, das jedoch, trotz der etwas wirren, hauchdünnen Story mit überzeugenden Darstellern punkten kann. Vor allem aber kann ich mich an kaum eine Filmrolle Mel Gibsons erinnern, die so glaubwürdig von ihm verkörpert wurde, wie die des John Links (na ja, abgesehen von seiner Darstellung in „Bravehart“, „Mad Max“ oder in den Lethal Weapon“ Filmen ;-) ). Seine schauspielerische Leistung in „Blood Father“ ist einfach grandios! Man nimmt ihm seine Traurigkeit einfach ab, wenn er bemerkt, dass seine Tochter, genau wie er einst, ebenfalls auf dem besten Wege ist, eine drogenabhängige Kriminelle zu werden, aber auch seine Angst, wieder rückfällig zu werden und vor allem seine Reue über vergangene Taten und seine zeitweilige Melancholie wegen verlorener Chancen.

 Zugegeben, Mel Gibson sieht, nicht nur wegen des Vollbarts, der im Laufe des Streifens jedoch wieder der Schere zum Opfer fällt, der grauen Haare und seinen Falten, mittlerweile ziemlich alt aus. Doch die Falten verleihen seiner Rolle Authentizität. Man kann sich als Zuschauer gut vorstellen, dass man hier einen Mann vor sich hat, der bereits viel erlebt hat und so passen auch die Lebensweisheiten, die John für seine Tochter Lydia parat hat, gut ins Bild. Es ist eine etwas anders geratene Vater- Tochter Story, aber eine, die überzeugen kann, was besonders dem intensiven Spiel zwischen Mel Gibson und seiner Filmtochter Erin Moriarty zu verdanken ist. Viele Rezensenten auf diversen Film oder Videoplattformen bemängelten die angeblich schlechten Dialoge des Films. Doch fand ich, galt das nicht für die gut gemachte, gefühlvolle Vater/Tochter Story, die mir unter die Haut ging und mich anrühren konnte. Vielmehr fand ich die Gangmitglieder in ihrer Darstellung und Optik ganz unterirdisch bis lachhaft ( ganz arg etwa die riesige Tätowierung des angeblich so knallharten und bösen Jonahs, der den Namenzug „Lydia“ direkt über seinem Herzen trug) und auch Michael Parks (den man beispielsweise aus zahlreichen Tarantinoverfilmungen oder aus „Twin Peaks“ kennt)  letzte Rolle, als „Preacher“ oder William H. Maceys Auftritt, sind leider viel zu kurz und unspektakulär geraten. Dennoch hat uns das Ansehen von „Blood Father“ viel Spaß bereitet, wenn man es denn Spaß nennen kann. Sagen wir uns hat der Film gut gefallen, denn er erinnert an die guten alten 80er Jahre Actionmovies. Und in Momenten, wenn Mel Gibsons Augen gefährlich funkelten und er sich wütend, aber kontrolliert über Lydias Feinde hermachte, hatte man plötzlich wieder den jungen Mel Gibson vor Augen, den „Mad Max“ Mel Gibson vielmehr, der die „bösen Jungs“ gnadenlos niedermetzelte.

Der Film ist ab 16 freigegeben, was passt, denn so manche Szenen sind schon recht blutig und heftig geraten. Wem Stallones „Over the Top“ nicht actionreich und blutig genug war, der aber Vater/Sohn bzw. Vater/Tochter Storys mag, wird hier bestimmt ganz auf seine Kosten kommen. Allerdings empfehle ich Zuschauern, die der englischen Spache mächtig sind, sich die Originalfassung anzusehen, da Mel Gibson hier leider einen anderen Synchronsprecher verpasst bekommen hat, was schon etwas irritiert.

Witzig fand ich übrigens, dass einer der Nebendarsteller in diesem Film (Joker), in der TV Serie „Leathal Weapon“ mitspielt und zwar handelt es sich um den Schauspieler Richard Cabral.

Kurz gefasst: Eine etwas andere, aber durchaus anrührende Vater/Tochter Story- Kurzweilige, packende und actionreiche Verfolgungsjagd mit überzeugenden Hauptdarstellern.