Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

"Burke & Hare" ist eine rabenschwarze Komödie, die auf der einen Seite sympathische Massenmörder anbietet und auf der anderen ein - höchst fragwürdiges - Streben der Medizin nach mehr Wissen und Ausbildung, das von einem angeblich so moralischen, in Wirklichkeit jedoch höchst korrupten Systems auch noch gefördert wird.
Da braucht man nicht lange zu überlegen, wem wohl die ganzen Sympathien des Zuschauers gelten?

Dafür, dass mich der Film "Burke & Hare" sofort angesprochen hat, gibt es zwei Gründe. Zum einen, weil ich besonderen Gefallen an schwarzem englischem Humor habe und zum anderen, weil mir die faszinierende Geschichte der beiden Mörder (Übriges: Um bei dem Wort "Mörder", einen richtig schönen schottischem Einschlag hinzubekommen muss man nur die Rs so richtig rollen lassen, wie in "Murrrrrrrrrrderrrrrr") bei meinem Besuch Edinburgh auf Schritt und Tritt begegnet ist.
Das Setting und die Geschichte, beinahe noch live vor Augen, wurde so der Film zu einem ganz besonderen Erlebnis. Wobei ich lobend erwähnen muss, dass die Atmosphäre der Altstadt, mit ihren Closes(so nennt man die engen Gässchen in der Edingburger Altstadt), ob nun nachgestellt oder an echten Schauplätzen gedreht, wirklich sehr lebendig dargestellt wurde.

Der Regisseur John Landis hat sich eng an die wahre Geschichte von "Burke & Hare" gehalten. Anscheinend wollten die Filmemacher jedoch William Hare, der, nachdem er gegen Burke ausgesagt hatte, frei kam, nicht mit einem solch verräterischen Image verbleiben lassen und so wurde das Ende des Mörder-Duos ein wenig anders interpretiert.

Simon Pegg (William Burke), den ich schon aus „Hot Fuzz“ kannte und der mir bisher unbekannten Schauspieler Andy Serkis (William Hare) werden zu ein klassisches Film-Duo. Als Gegenpart zu William Hare, kaltblütig und gewitzt, wird William Burke, der auch im echten Leben als Schuldiger der West-Port-Morde gehängt wurde, zu dem naiven Teil des Duos. Die ihnen zugedachten Rollen spielen beide mit Bravour.

Ein einziger Wehrmutstopfen ist für mich, dass ich mir, wegen der schwer zu verstehenden Akzente einiger Figuren, den Film nicht im Original ansehen kann. So wirken manche Sprüche, die in einem farbenfrohen Schottisch gesprochen und mit der nötigen Kenntnis sprachlicher Eigenheiten ausgestattet, bestimmt höchst amüsant sind, in der Übersetzung leider ein wenig nichtssagend.

Ein Filmtipp für Freunde des schwarzen Humors und Edinburgh Fans!

Anmerkung: Als West-Port-Morde (englisch: West Port murders) werden die von William Burke und William Hare in den Jahren 1827 und 1828 in Edinburgh begangenen 17 Morde bezeichnet. Das Motiv der Täter war finanzieller Natur, die Leichen ihrer zu diesem Zweck getöteten Opfer verkauften sie als Anatomieleichen an das Edinburgh Medical College. Ihr Hauptkunde dort war Robert Knox. (Quelle: wikipedia.de)