#HEB Team 11

von

Welche Aussage/Formulierung würde du nie in einer Rezension schreiben,
bzw. (schließlich ist „nobody perfect“) versuchst du immer zu verhindern?

Anke: Es gibt einige Punkte, um die ich mich beim Rezensionen schreiben bemühe, bzw. zu verhindern versuche. Spontan fallen mir dazu jene nichtssagenden Formulierungen ein, wie „das Buch ist scheiße/das Buch ist toll“. Leider habe ich in diesem Punkt keine so „weiße Weste“, denn tatsächlich habe ich genau mit solchen Sätzen von mehr als 10 Jahren das Rezi schreiben angefangen; und ich glaube in der Datenbank schwirren auch hier und da noch ein paar davon umher. Die ich eigentlich längst ausgemerzt haben wollte, aber was will man nicht so alles…

Doch heute denke ich, dass es größere Mängel beim Rezi schreiben gibt, als „das Buch ist toll“-Aussagen. Nach einigem darüber Nachdenken, finde ich am wichtigsten, dass ich in einer Rezension deutliche mache, dass es sich bei der Aussage um meine persönliche Meinung handelt. Eine Meinung, die selbstverständlich nicht auf andere übertragbar ist und damit auch keine Verallgemeinerung beinhalten sollte. In der Hitze des Augenblicks, wenn frau sich an der Tastatur austobt als gäbe es kein Morgen, mag es mir nicht immer gelingen, aber ich gebe mir viel Mühe nicht „man“, also allgemein, sondern immer „ich“, also persönlich, zu formulieren – auch wenn es sich nur um ein „Ich finde, das Buch toll“ handelt.

Nicole: Mhm, eine gute Frage, ich gebe zu, dass ich es da in gewisser Hinsicht wie Anke halte. Ich hasse nämlich nichtssagende ein, zwei Sätze kurze Rezensionen, in denen lediglich steht, dass das Buch toll oder schlecht war, allerdings die Begründung fehlt.  Und das versuche ich halt in meinen Rezension zu vermeiden. Dazu führe ich mir immer wieder vor Augen, dass meine Besprechung, womöglich auch der Autor/die Autorin lesen wird, deren persönliches „Baby“ das gelesene Buch nun ja ist. Beleidigungen oder allzu persönlich zu werden; das kommt mir nicht in den Sinn. Zumal eine Rezension ja sowieso lediglich den persönlichen, individuellen Geschmack eines Lesers wiederspiegelt und nicht den, der breiten Masse. Was den einen stört, findet der Nächste vielleicht gerade gut.  Ich stelle stattdessen meine positiven, als auch meine negativen Eindrücke gegeneinander. Und bei allem begründe ich natürlich auch wieso ich etwas mochte, anderes weniger mochte. Zugegeben, bei gewissen Kritikpunkten kann ich auch schon mal etwas grantig werden. Etwa wenn TSTL Heldinnen oder Heldinnen durch ihre Story stolpern, wenn Heldinnen vom Helden mißbraucht werden, weil sie es ja sicherlich auch wollte, wie der Held anmerkt, obwohl sie vorher klar und eutlich nein gesagt hat, oder aber wenn grausame Szenarien eingebaut werden, die eigentlich völlig überflüssig für den Verlauf der Story sind. Diesem Punkt begegnet man zumeist ja in Thrillern oder Krimis. Erst kürzlich stieß ich in einem solchen, auf eine Szene, in der ein erschossenes trächtiges Reh und sein totes Kitz ausgenommen wurde, was dann auch in akribischer Ausführlichkeit geschildert wurde. In solchen Momenten frage ich mich dann immer, was der Autor/die Autorin mit solchen Szenen überhaupt bezwecken wollte. Allerdings gibt es doch noch einen Punkt den ich außen vorlasse beim Rezensieren. Ich habe zwar eine ganze Menge an „autobuy“ Autorinnen, doch genießen selbst deren Romane keinen „blinden Welpenschutz“ oder so ähnlich, bei mir. Will sagen, finde ich eine Story von ihnen schlecht, dann sage ich es auch, anstatt herumzueiern, wie so manch andere Fans, die alles gut finden und sich jeglicher Kritik von außen verschließen.

Ka: Welche Aussagen/Formulierungen würde ich nie schreiben?
Ganz einfach: Ordinäre Begriffe wie zum Beispiel die Worte mit „fi….“, „wi…..“, „Sch….“ und wie sie alle heißen. In Artikeln zu gewissen Themen, kann es schon sein, dass ich darauf zurück greife, aber in Rezensionen nicht. Lustiger weise wurde ich einmal vom großen A geblockt, weil ich im Textfluss den Begriff „sexuell“ verwendet hatte. Seltsam, da ich in Rezensionen bezüglich erotische Literatur schon X-mal dieses Wort verwendet habe. Es hat etwas gedauert ( ich denke 3 – 4 Änderungs-Versuche ) bis ich darauf gekommen bin, dass das Blocken daran, bzw. an der Kombination mit anderen Wörtern lag. Persönlich Beschimpfungen gegen den Autor, was er denn für einen „Schei..“ geschrieben hätte, gehen auch überhaupt nicht! Dieses „ans Bein pinkeln“ – das manchmal nichts mit dem Buch, sondern mit einer Antipathie gegenüber dem Autoren zu tun hat ( Troll läßt grüßen. ), finde ich unmöglich und ungezogen!

Persönlich lese ich gerne Rezensionen, die mir etwas über die Geschichte, die ich kaufen möchte erzählen. So kann ich mich besser auf das Buch einstimmen. Leider kommt es immer häufiger vor, dass man Rezensionen findet, die außer der Aussage ob das Buch „gut“ bzw. „schlecht“ war, wenig Information enthalten. Natürlich ist mir klar, dass nicht jeder geneigt ist, längere Buchbesprechungen zu verfassen, schließlich braucht es Zeit, eine längere zu schreiben. Es muss auch nicht sein, aber etwas mehr als ein Satz, zu einem 400-Seiten Buch, wäre nichtsdestotrotz schön! ;-)

Was meines Erachtens zudem nichts in einer Rezension zu suchen hat ist, wenn es zum Beispiel heißt: „Das Buch war toll verpackt und die Lieferung kam pünktlich an.“ oder „Eigentlich hatte ich das Buch für mich gekauft, doch dann habe ich es doch meiner Freundin geschenkt, der es gefallen hat.“ Sorry, aber das interessiert einen potentiellen Käufer Null. Aber sowas von Null. Ich möchte wissen, wie dem Leser das Buch gefallen hat und nicht, ob es ordentlich verpackt war, oder dergleichen. Das hat nichts mit dem Buchinhalt zu tun und demnach auch nichts in einer Rezension verloren …

Chris: Mhm …. also ich mag keine 2-Zeilen-Rezensionen a’la „Tolles Buch, würde ich mir sofort wieder kaufen.“ Toll, davon habe ich als Konsument nichts und würde so etwas auch nicht schreiben. Es ist auch völlig sinnfrei – für mich – zu erwähnen, dass das Buch pünktlich ankommt. Das hat ja auch mit dem Inhalt des Buches so wahnsinnig viel zu tun. *Ironie off*

Auch ordinäre Ausdrücke, so wie von Ka erwähnt, versuche ich tunlichst zu vermeiden, auch wenn einem schon gelegentlich bei manchen Büchern der Hut hoch gehen könnte. Aber schaut halt net fein aus und verbessert den Eindruck des Bloggers auch nicht unbedingt.

Auch längere Buchbesprechungen versuche ich zu vermeiden. Zum einen will man ja nicht spoilern und zum anderen kann man mit zu langen Texten keinen Leser mehr fesseln. Irgendwann ist einfach die Luft raus und man überfliegt den Text sowieso nur mehr. Zumindest geht es mir so.