Helen Harper – Slouch Witch

by

Originaltitel
Verlag: CreateSpace Independent Publishing
ISBN: 978-1545585443
Erscheinungsdatum: Juni 2017
Genre: Urban Fantasy

Teil einer Serie: The Lazy Girl’s Guide To Magic (1)

Ankes Bewertung

Ivy Wilde, fährt Taxi, vermeidet Treppensteigen im Besonderen und Anstrengungen im Allgemeinen und hat ein inniges Verhältnis zu ihrem Sofa. Doch mit ihrer Ruhe ist es schlagartig vorbei, als sie die Wohnung und Katze für ihre Nachbarin, Eve, hütet. Denn Ivy ist auch eine Hexe.

Eine Hexe, die irrtümlich, weil sie für Eve gehalten wird, durch ein Band mit Adeptus Exemptus Raphael Winter, einem Mitglied des „Ordens“ und dessen Abteilung „Arcane Branch“ (in etwa „Geheime Abteilung“), verbunden wird.

Als klar wird, an wen da Ralphael, der eigentlich lieber „Rafe“ genannt werden will, von Ivy jedoch bevorzugt mit „Adeptus Exemptus Raphael Winter“ angesprochen wird, gebunden ist, ist auch er nicht gerade begeistert. Denn Ivy steht für alles, was er nicht ist: eine wegen Betrugs- und Verrats aus dem Orden geflogene Hexe, die so natürlich nicht besonders gut auf den „Verein“ zu sprechen ist, der für ihn alles bedeutet.

Doch während der erzwungenen gemeinsamen Arbeit erkennen beide, dass der äußere Schein einer Hexe trügen kann und weder Ivy ein „Lazy Girl“ ist, noch Rafe ein „kleinkarierte Prinzipienreiter“, sondern beide ziemlich gut und erfolgreich zusammen arbeiten können.

Und das müssen sie auch, denn zu einem bleibt ihnen gebunden durch ein magisches Band nichts anderes übrig und zum anderen haben sie nicht nur eine gestohlene Order-Insignie und verschwundene Geheimschriften, sondern auch noch einen Mord aufzuklären.

Ich bin durch eine zufällig Erwähnung der Autorin auf die „The Lazy Girl’s Guide To Magic“-Serie gestoßen. Und da sich die Möglichkeit anbot die Bücher über „Kindle unlimited“ auszuleihen, habe ich spontan beschlossen, dass es an der Zeit ist mal wieder einen englischsprachigen Roman zu lesen.

Damit kam zwei Probleme auf mich zu a) ich habe schon ewig keinen englischsprachigen Roman mehr gelesen und b) die Autorin ist Engländerin und ich habe noch weniger englische Romane gelesen.

Doch zum Glück hat mein Kindle diese geniale Dictionary-Funktion und mir sehr dabei geholfen den Text zu verstehen und die Autorin einen modernen, locker, flockigen und sehr amüsanten Erzählstil, der es mir leicht gemacht hat „am Ball“, bzw. „am Buch“ zu bleiben. Auch wenn ich hier und da Schwierigkeiten damit hatte den Sinn zu verstehen und einen Zusammenhang zu schaffen. So hat es mir vielleicht an Detail gefehlt, doch das große und ganze des Buches konnte ich erfassen. Und das war es absolut wert.

Auch die Figuren konnte ich so gut kennenlernen, dass sie mir sofort ans Leserherz gewachsen sind. Mir hat es zudem sehr gut gefallen, dass die Autorin ihre Hauptfiguren als absolut gleichwertige Partner dargestellt hat und dass sie ihnen Fehler und Ecken und Kanten zugestanden hat, die sie auch ausleben durften.

Das hatte zur Folge, dass mir sowohl Ivy, als auch Rafe, vom ersten Moment an sehr sympathisch waren, sie mich aber mitunter auch mit ihrem Verhalten herausgefordert haben. Aber vielleicht ist es ja gerade das gewesen, was die Charaktere für mich so anziehend und so überzeugend gemacht hat und sie mir hat so lebendig erscheinen lassen.

So ist der Suspense-Anteil fast ein bisschen in den Hintergrund getreten, was für mich jedoch prima funktioniert hat, obwohl er einen guten Teil der Geschichte ausmacht und auch von Bedeutung für die Entwicklung der Beziehung zwischen Ivy und Rafe ist.

Kurz gefasst: Eine sehr spannendes Ermittler-Duo, interessante Figuren und eine urbane Fantasy-Welt, die es zu entdecken wirklich lohnt (auch auf die Gefahr hin, dass man evtl. etwas mehr Mühe beim Englisch lesen hat), finde ich.