Julika Sonnschein – Francesca – Braut auf Bestellung

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Francesca -: Braut auf Bestellung (Mail Order Bride) (Lauryville, Band 5)Originaltitel
Verlag: Independently published
ISBN: 978-1521443521
Erscheinungsdatum: Juni 2017
Genre: Historical Western / Kurzroman

Teil einer Serie: Lauryville Western Romance

 

Klappentext
siehe Amazon

Ankes Bewertung

2,5 Punkte

Obwohl ich dem Genre lange nicht zugesprochen habe, bin, und war, ich schon immer ein großer Fan von „Mail Order Bride“-Geschichten, insbesondere Western natürlich. Warum sich dem also nicht wieder einmal widmen?

Ich versuche mich die letzte Zeit ja darin meine Vorurteile abzubauen und vermehrt zu deutschsprachigen Autoren zu greifen. Und dank Kindle unlimited fällt mir das auch relativ leicht. Also habe ich mich ganz spontan für Julika Sonnscheins 5. Teil ihrer „Lauryville Western Romance“-Serie entschieden.

Leider hat sich die Geschichte als Kurzroman herausgestellt, was mir im Vorfeld nicht bewusst war und ein Format darstellt, mit dem ich grundsätzlich nur wenig anfangen kann. Da sich meine Meinung dies bezgl. nach dem Lesen noch gefestigt hat, stehe ich dem natürlich nicht objektiv gegenüber, was natürlich auch Einfluss auf meine Bewertung hat.

Doch sehr viel Problematischer beim Lesen, fand ich, dass mir die „richtige“ Atmosphäre gefehlt hat. Sowohl das Setting, als auch Verhalten und Ausdrucksweise der Protagonisten entbehrte meines Empfindens nach jeder historischen Western-Atmosphäre. Die Geschichte hätte eigentlich zu jeder Zeit an jedem Ort spielen können, sieht man einmal vom Einsatz von Revolvern ab und anderen kleinen Details, die jedoch in ihrer Wirkung untergegangen sind, bzw. allzu nebensächlich erwähnt wurden.

Verstärkt hat diesen Eindruck, meiner Ansicht nach auch, dass die Figuren, die an sich, gar nicht so uninteressant dargestellt waren, sehr distanziert und auch etwas hölzern wirkten. Womit im Übrigen auch die Liebesgeschichte völlig bedeutungslos wurde. Mir hat es dabei einfach an etwas Temperament gefehlt, einem echten Konflikt, gegenseitiger Anziehung oder einem feurigen Kuss an richtiger Stelle.

Zumal die Grundidee richtig gut war: aus ihrer Heimat, vor einem Mafiosi, der sich in den Kopf gesetzt hat, dass sie seine Braut werden soll, geflohenes Showgirl, beschließt im Wilden Westen unterzutauchen und antwortet auf eine Mail Order Bride-Annonce.

Ein brummiger und wortkarger Sheriff, der plant nach einem wilden Leben, künftig einen ruhigen Job, in einem ruhigen Städtchen, mit einem ruhigen Haushalt zu führen, wird von seinen Freunden, die selber per Annonce zusammengefunden haben, gedrängt die Brautschau doch ebenfalls damit anzugehen.

Kurz gefasst: Bisher habe ich noch keinen Kurzroman gelesen, der mich überzeugt hätte, diesem Format öfters meine Aufmerksamkeit zu widmen. Auch „Francesca – Braut auf Bestellung“ hat dies nicht geschafft. Mir haben zwar die Idee und auch die Figuren grundsätzlich gefallen, doch hat es mir einfach an der „richtigen“ Western-Atmosphäre gefehlt und ein bisschen Temperament.