Kathleen Erin Hogg wurde 1939 in Louisiana geboren und ist 2007 in Minnesota verstorben. Sie war verheiratet mit einem Lieutenant der U.S. Air Force, hatte drei Söhne und starb mit 68 Jahren an Krebs, so ihre stark gekürzte Vita.

Mit ihrem 1972 im Original veröffentlichten „The Flame and the Flower“ (dt. Ausgabe „Wohin der Sturm uns trägt“) zählt Kathleen E. Woodiwiss zu den Pionierinnen des „Bodice Ripper“ (zu dt. „Miederreißer“), der sexuelle Gewalt in romantisierter Form dargestellt. Die Bezeichnung „Nackenbeißer“ entstand als deutschsprachiger Pedant dazu. Sie wird heute jedoch nicht mehr ausschließlich in diesem Kontext genutzt, sondern bezieht sich „liebevoll“ auf alle „modernen“, vornehmlich historischen Liebesromane.

Übrigens, mit seinen annährend 600 Seiten war der Roman nicht einfach bei einem Verlag unterzubringen, wurde dann jedoch für die, die es gewagt hatten, nämlich Avon, ein Erfolg. Als ersten großen internationalen Erfolg, würde ich „Shanna“ ansetzten, im Jahr 1977 im Original veröffentlicht. Ein Roman, der nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich noch mehr Seiten hat als „Wohin der Sturm uns trägt“; überhaupt hat die Autorin in dieser Disziplin die Latte stets recht hochgelegt.

In meinen frühen Liebesroman-Leser-Tagen habe ich „Shanna“ gelesen, jedoch nie eine ausführliche Rezension dazu geschrieben. Doch angesichts des Umfangs des Romans und des Inhaltes, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich heute nicht mehr mit derselben Begeisterung Ruarks und Shannas Weg verfolgen würde, habe ich mich entschlossen vorerst auf eine Überarbeitung meiner „Rezension“ zu verzichten. Lieber widme ich mich meinen Lieblingen der Autorin.

Wie „A Rose in Winter“ (dt. Ausgabe „Wie eine Rose im Winter“), ein 1982 im Original veröffentlichter Roman, meiner erste Liebesroman-Liebe, ein Dachbodenfund, der mir mit den Worten: lies das, wird dir gefallen, ausgerechnet von einem Mann in die Hand gedrückt worden war. Aber nicht nur mit ging es so. Die Romane der Autorin werden immer wieder als Einstieg ins Genre genannt; wenn wundert es, besonders von Lesern in meinem Alter.

Kathleen E. Woodiwisss Roman sind Klassiker, sollten aber unter dieser Prämisse gelesen werden. Man darf sich an einer altmodischen Sprache und einem ausgewählten Stil erfreuen, muss dafür aber auch hinnehmen, dass Protagonisten typische Vertreter ihrer Zeit sind und entsprechend agieren. Dominierendes, arrogantes und machohaftes Verhalten sind dabei ebenso an der Tagesordnung, wie sich selbst in hilflose Situationen befördernde, naive Jungfrauen.

Und doch verfügen die Woodiwiss‘en Heldinnen auch über ihren eigenen Kopf, auch wenn ihre Ideen vielleicht nicht immer besonders gut durchdacht sind, so kann man von ihnen nicht behaupten, dass sie keinen Stolz hätten und den Kopf immer oben behielten.

Und vielleicht ist es genau das, zusammen mit den detailreichen und immer hervorragend ausgearbeiteten Geschichten, was mich auch heute noch so gut an den Romanen der Autorin gefällt; zumindest an ausgesuchten Romanen.

Wie bereits mit Bezug auf „Shanna“ erwähnt, ich bin mir nicht sicher, ob ich heute noch alle Romane der Autorin würde so genießen können, wie einst, für meine langjährigen Lieblinge: „Wie eine Rose im Winter“, „Tränen aus Gold“ und „Wie Blüten am Fluß“ kann ich auch heute noch ein Empfehlungsschreiben ausstellen.

Leider habe ich es in der Vorbereitung zu diesem Beitrag nicht geschafft alle „Rezensionen“ zu überarbeiten, Ich bin jedoch die Tage in die Tiefen meiner Bücherbestände abgetaucht und habe vorhandene Exemplar ausgegraben, die nun zum re-read bereitliegen. Schauen wir mal, wie weit ich damit komme.

Edit: "Tränen aus Gold" (Rezension überarbeitet)

→ die Autorin auf Happy End Buecher