Nichole Van

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Originaltitel
Verlag: Fiorenza Publishing
Ausgabe: ebook / TB
Erscheinungsdatum: März 2022
Genre: Historical
Teil einer Serie: The Penn-Leiths of Thistle Muir 01
Ankes Bewertung 
Zwanzig Jahre sind vergangen, doch nun scheint Miss Leah Penn-Leigh Traum endlich wahr zu werden: Captain Fox Carnegie sitzt im Wohnraum ihres Elternhauses und bittet um ihre Hand zur Ehe.
Dabei ist durchaus schmerzhaft, dass er sich nicht mehr an ihre Begegnung in der Vergangenheit erinnert, die so schicksalshaft für Leah war, und als Gegenleistung für seinen Namen und Schutz Leah die Intimitäten verweigert und die Erziehung seines Mündel übertragen wird.
So ist Leahs Sehnsucht zwar groß, dass sich ihre einstige Liebe zum Captain erfüllt und erwidert wird, sie doch auch pragmatisch genug, ein eigenes Heim und ein Kind in ihrer Obhut als ihre Erfüllung zu bewerten.
Ich bin durch einen begeisterten Lesetipp auf youtube auf die Autorin und die „The Penn-Leiths of Thistle Muir“-Serie aufmerksam geworden. Und tatsächlich hat sich das Versprechen für mich erfüllt und ich fand die Geschichte großartig zu lesen; wenn ich auch nicht blind für ihre Mängel bin.
Diese haben fast ausschließlich mit dem ausgebrannten und erschöpften Helden der Geschichte zu tun. Dabei konnte ich sehr gut nachvollziehen, warum sich Fox so verhält, wie er sich verhält, denn die Autorin macht einen hervorragenden Job, in dem sie Fox‘ Probleme wirklich realistisch darstellt.
Was genau das Problem ist, da ich kaum je den Bedarf habe, diese Art von Realismus in einem Liebesroman zu lesen. Ich weiß, ich weiß, kann mir überhaupt etwas richtig machen? Schließlich kritisiere ich zu unrealistische Liebesromane ebenfalls!
Doch in diesem Fall hat es mir einfach zu lange gedauert und war zu qualvoll langsam zu lesen, bis Fox sich endlich so weit aus seinem Loch gezogen hat und nicht mehr betrunken, unmotiviert und abweisend gegenüber Leah war. Mir hätte es besser gefallen, wenn er sich Leah gegenüber zu einem deutlich früheren Zeitpunkt geöffnet hätte und seine Probleme gemeinsam mit ihrer Unterstützung angegangen wäre. Auch ein solcher Fall hätte noch ausreichend Dramatik bieten können, finde ich. Aber auch Leahs Standpunkt ist nicht immer so einfach hinzunehmen, 20 Jahre für eine ungebrochene Schwärmerei, ist dann doch eine lange Zeit.
Diesen fast schmerzhaften Realismus einmal beiseite genommen, war „Love Practically“ amüsant, kurzweilig, klug und einfach mal anders zu lesen; endlich einmal haben wir es hier mit echten Erwachsenen zu tun!
Kurzgefasst: ein sehr besonderer Liebesroman, mit kleinen Schwächen.
Gelesen und rezensiert von Anke, im Juni 2025.