Petra Schier- Das Gold des Lombarden

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Petra Schier-               Das Gold des Lombarden
Verlag:                          Rowohlt/TB/441S.
ISBN:                             978-3499270888
Erscheinungsdatum:  10/17
Genre:                          Historischer Krimi

Nicoles Bewertung: 4.5 von 5 Punkten

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Klappentext: (Quelle: Rowohlt Verlag)

Köln, 1423. Aleydis de Bruinker ist noch nicht lange mit dem lombardischen Geldverleiher Nicolai Golatti verheiratet, als dieser unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt. Man findet ihn erhängt – hat er sich das Leben genommen? Aleydis will das nicht glauben. Und tatsächlich: Sie entdeckt Male, die auf einen Mord hinweisen.
Potentielle Täter gibt es genug, Golatti hatte viele Feinde. Die junge Witwe stellt Nachforschungen an. Zu Hilfe kommt ihr dabei ausgerechnet Gewaltrichter Vinzenz van Cleve, dessen Vater der größte Konkurrent Golattis war. Wider Willen beginnt sie van Cleve zu vertrauen, der der Wahrheit verpflichtet scheint und doch ein düsteres Geheimnis hegt. Schon bald schwebt Aleydis in großer Gefahr, und es sieht aus, als sei ihr einziger Verbündeter in den Mord verstrickt …

Nicoles Rezension:

Die attraktive junge Aleydis, ist seit knapp einem halben Jahr mit dem um einiges älteren Geldwechsler Nicolai Golatti verheiratet. Obwohl die Ehe arrangiert wurde, von Aleydis Vater der mit Nicolai bereits seit langen Jahren befreundet ist, ist die junge Frau ihrem Gatten durchaus in Liebe zugetan. Nicolai unterstützt seine Gattin in allen, ihm möglichen Belangen und trägt sie sozusagen auf Händen. Selbst in seiner Wechselstube darf sie ihm zur Hand gehen und die Bücher führen, was der cleveren Aleydis überaus gefällt. Als Nicolai jedoch eines Tages aufgeknüpft an einem Baum hängend gefunden wird und zunächst der Verdacht im Raum steht, Nicolai hätte selbst Hand an sich gelegt, ist seine junge Witwe nun äußerst verärgert und erschüttert, denn eines weiß sie genau, Nicolai hatte keinen Grund, freiwillig und von eigener Hand aus dem Leben zu scheiden. Sie bittet den charismatischen Gewaltrichter Vinzenz van Cleve um Mithilfe. Zwar waren sein Vater und auch Vinzenz, berufliche Konkurrenten, doch glaubt Aleydis, dass Vinzenz ein strenger und gerechter Mann ist. Und in der Tat verhält es sich so, dass Vinzenz erpicht darauf ist, den Mörder von Nicolai Golatti zu finden. Schon aus dem Grunde, dass selbst Vinzenz Vater zum Kreise der Verdächtigen gehört und ein gehöriges Motiv dafür hatte, den Lombarden zu töten.

Im Zuge seiner Ermittlungen, weist Aleydis stur darauf hin, dass sie ihren Beitrag zur Aufklärung des Verbrechens leisten möchte, was Vinzenz an den Rand der Verzweiflung bringt. Ein Weib, selbst eines, das so clever ist, wie Aleydis, sollte sich schließlich lieber um ihren Ruf kümmern. Doch die Alleinerbin Aleydis, will das Geschäft ihres Mannes fortführen. Auch, als sie erfährt, das Nicolai alles andere als ein gerechter, ehrlicher Mann war. Nicolais dunkle Geldgeschäfte will sie fortan unterbinden, wird ihr das jedoch gelingen? Oder werden die Bürger von Köln eher dem Glauben anheim fallen, dass Aleydis selbst in die dunklen Machenschaften ihres Mannes verwickelt war? Vinzenz von Cleve glaubt das zumindest nicht, nachdem er Aleydis besser kennengelernt hat. Er will sie fortan beschützen…

Nachdem Petra Schier letzter Band um die Apothekerin Adelina erschienen war, las ich die letzten Seiten des erwähnten Bandes mit einem lachenden und weinenden Auge, denn einerseits gönnte ich der Romanheldin ihren „Serienruhestand“, andererseits hatte ich sie und die liebenswerten Nebenfiguren im Laufe der Zeit sehr ins Herz geschlossen. Nun ist mit „Das Gold des Lombarden“, der erste Teil einer neuen Serie, mit einer neuen charismatischen Heldin, erschienen, die nach dem Tode ihres Mannes ein schweres Erbe antreten muss. Und zu meiner Freude spielt diese neue Serie nicht nur wieder in Köln, es finden sich hier und da auch kleine Anspielungen darin, zu den Akteuren der Vorgängerbände.

Petra Schiers Schreibstil ist gewohnt eingängig, ihre frisch eingeführten Romanfiguren machen neugierig, historisches Flair ist zuhauf vorhanden, es ist bereits im ersten Band abzusehen, dass sich zwischen Aleydis und Vinzenz eine Liebesgeschichte entspinnen wird, denn schließlich necken und zanken sich die beiden zunächst, wie es nur Liebende tun ;-) und so verging die Lesezeit für mich praktisch wie im Flug. Dennoch, einen kleinen Kritikpunkt, der für einen Minipunkteabzug meinerseits sorgte, habe ich anzubringen. Ich fand, dass der historische Krimi ein wenig mehr Spannungsmomente und von der Autorin gelegte falsche Fährten hätte vertragen können. Die kleine Vorhersehbarkeit hat jedoch mein Lesevergnügen nicht geschmälert, denn Petra Schiers Auftaktband zur neuen Reihe um Aleydis hat mir ansonsten außerordentlich gut gefallen.

Kurz gefasst: Unterhaltsamer, süffiger historischer Köln-Krimi mit viel historischem Kolorit versehen.