Rachel Gibson – Ein Mann für alle Nächte

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Verlag: Goldmann
Originaltitel: Just Kiss Me
ISBN: 978-3442484485
Erscheinungsdatum: Dezember 2016
Genre: Contemporary

Sprecher Hörbuch: Antje Althans

Ankes Bewertung

Der unerwartete Tod ihrer Mutter, bringt Vivien zurück in die Stadt, in der sie aufgewachsen ist und in die Nähe von Henry, Sohn und Erbe, des Hauses, in dem Vivien mit ihrer Mutter, die für die Whitley-Shulers gearbeitet hat, über der Garage gewohnt hat.

Die Stellung ihrer Mutter und ihre eigene Arbeit als neugieriges Hausmädchen in Hause Whitley-Shuler hat ihr einen sehr intimen Einblick in die Welt des damals ebenfalls noch jungen Henry gebracht. Ein Wissen, das ihre Vorliebe für den Mann nicht gerade gefördert hat und das im Gegensatz zu der Anziehung steht, der sie nun, erneut in Henrys Gesellschaft, ausgesetzt scheint.

Auch Henry ist nicht gerade begeistert darüber, wie intensiv sehr er auf die erwachsene Vivien reagiert, doch aus dem lästigen und überaus ärgerlichen Mädchen von damals, ist eine anziehende und erfolgreiche Frau geworden, die ihm heute ganz andere Seiten von sich zeigt.

Liegt es an der Geschichte selber oder habe ich es scheinbar im Moment nicht so mit Hörbüchern? Denn schon wieder hat sich das Hören eines Liebesromans bei mir endlos hingezogen. Handelte es sich beim letzten Mal um einen mittelalterlichen Historischen, was ich noch irgendwie verstanden hätte, weil das in den letzten Jahren so einfach nicht mein Genre war, so hat es diesmal einen Contemporary getroffen und dann auch noch einen einer meiner Lieblingsautorinnen! Was also ist los?

Als Grund ausschließlich kann ich auch hier, wie schon beim Historischen, die Sprecherin der Hörbuches, hier Antje Althans. Sie liefert nämlich eine sehr unterhaltsame und höchst angenehme Sprecherleistung ab.

Liegt es also an der Geschichte oder ihren Figuren. Nein, eigentlich auch nicht, vor allem da es sich bei „Ein Mann für alle Nächte“ um typische Gibson-Kost handelt, also typisch gute Gibson-Kost, über die man lachen, bei der man mitleiden und bei der man sich behaglich über das Happy End freuen kann. Die Hauptfiguren, Vivian und Henry sind sympathisch und haben ausreichend Ecken und Kanten, sodass sie real wirken und für mich als Leser in ihren Handlungen und Denkweisen nachvollziehbar. Eigentlich ist also alles perfekt.

Aber könnte das nicht vielleicht genau der Grund sein? Alles ist perfekt. Zu perfekt? Zu sehr die immer gleiche Gibson-Kost? Und vielleicht bin ich ja tatsächlich, nach vielen Jahren des Liebesromanlesens, inkl. einer recht langen Pause in diesem Genre, in der ich mich hauptsächlich Sachbüchern und Ratgebern gewidmet habe, kritischer geworden. Und makeliger bei dem Lesestoff, den ich in der Vergangenheit immer bevorzugt habe. Vielleicht sind auch meine Ansprüche und meine Erwartungen an Liebesromane zu hoch geworden?

Was immer es auch ist – ja, ich finde, dass Rachel Gibson immer noch gute Unterhaltung schreibt, die auch als Hörbücher wirklich nett umgesetzt sind. Und doch ist mir das doch mittlerweile zu wenig geworden, um mich wirklich zu begeistern, bzw. mich zu überraschen, sodass ich das Gefühl habe richtig gute Unterhaltung geboten bekommen zu haben.

Kurz gefasst: Gediegene Rachel Gibson-Kost und nette Liebesroman-Unterhaltung, doch von einer überraschenden oder besonderen Leseerfahrung keine Spur.

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