Sabine Ebert- Schwert und Krone- Meister der Täuschung

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Sabine Ebert-    Schwert und Krone- Meister der Täuschung   Verlag:                          Knaur/gebundene Ausgabe/584S.
ISBN:                            978-3426654125
Erscheinungsdatum: 03/17
Genre:                          Historischer Roman

Barbarossa Reihe:

  1. Teil: Schwert und Krone- Meister der Täuschung
  2. Teil: Schwert und Krone- Der junge Falke (November 2017)

Nicoles Bewertung:    4 von 5 Punkten

Schwert und Krone - Meister der Täuschung: Roman

Klappentext:              (Quelle: Knaur Verlag)

Dezember 1137: Kaiser Lothar ist tot, und sofort bricht ein erbitterter Kampf um die Thronfolge aus. Machtgierigen Fürsten und der Geistlichkeit ist jedes Mittel recht, um den Welfen nicht nur ihren Anspruch auf die Nachfolge streitig zu machen, sondern ihnen auch Bayern und Sachsen zu entziehen. Durch eine ausgeklügelte Intrige gelangen die Staufer, die selbst Jahre zuvor durch Ränke an der Machtübernahme gehindert wurden, in den Besitz der Krone. Konrad von Staufen wird in die Königsrolle gedrängt, obwohl ihm dieser Weg missfällt. Bald muss er erkennen, dass sogar sein Bruder und sein junger Neffe, der künftige Friedrich Barbarossa, ihm nur bedingt die Treue halten. Es beginnt ein jahrelanger Krieg – und raffiniertes Intrigenspiel, in dem Welfen, Askanier, Wettiner und viele andere mächtige Häuser mitmischen – und auch so manche Frau.

Nicoles Rezension:

„Der Kaiser ist tot; es lebe der Kaiser!“ Doch die Kaiserfrage ist alles andere als leicht zu händeln. Allerdings nicht, wenn es nach dem letzten Willen von Kaiser Lothar geht, der, weil er keinen eigenen Sohn, sondern lediglich eine Tochter vorzuweisen hat, seinen Schwiegersohn Heinrich den Stolzen, Herzog von Sachsen, Bayern und Markgraf der Toskana, auf seinem Totenbett zu seinem Nachfolger bestimmt hatte. Kaiser Lothars Witwe, die Kaiserin Riechenza von Nordheim, bemüht sich nach Kräften, den letzten Wunsch ihres Mannes zu erfüllen, doch leider erweist sich das als hoffnungsloses Unterfangen, da bereits andere mächtige Menschen das Rad der Fortuna mit Gewalt zu ihren Gunsten drehen wollen. Unter ihnen der ränkeschmiedende Geistliche Albero von Montreuil, Erzbischof von Trier, der einen ganz anderen Mann dazu auserkoren hat, die Kaiserkrone zu tragen. Seine Wahl fällt auf Konrad von Staufen- einen Mann, der ein legitimeres Recht besitzt, zum neuen Kaiser gekrönt zu werden, als Heinrich der Stolze. Durch eine gewitzte Intrige gelingt es Albero von Montreuil, mit Hilfe des starken und machthungrigen Adligen Albrecht von Ballenstedt, die Pläne der Kaiserinnenwitwe zu vereiteln und Konrad im Kreise einiger wichtiger Adliger und Geistlicher zum neuen Kaiser zu krönen und zu salben.

Riechenza von Nordheim sieht schnell ein, dass ihr die Hände gebunden sind und versucht Schadensbegrenzung zu betreiben, in dem sie dem neuen Kaiser mehr zum Schein, huldigt, damit Heinrich der Stolze zumindest weiterhin im Besitz seiner Ländereien und Besitztümer bleibt. Doch der aufbrausende Heinrich, würde am liebsten gleich gegen Konrad zu Felde ziehen, weil er sich ungerecht behandelt fühlt. Leider ist es Heinrichs Fehler, dass er nicht gerade geschätzt wird im Kreise des Adels und der Geistlichkeit. Doch er schwört Rache! Vergeltung fürchtet auch Albrecht von Ballenstedts Frau, die bereits sieben Jungen das Leben geschenkt hat und nun von Existenzängsten geplagt wird, weil ihr Mann so machthungrig zu Felde zieht und von dessen Mutter, deren Machthunger dem ihres Sohnes in nichts nachsteht, den Segen bekommt, gegen Heinrich den Stolzen zu intrigieren. Doch von seiner Frau lässt sich Albrecht, zu ihrem Leidwesen, leider nichts sagen.

Währendessen werden zwei junge Männer, die von anderen scherzhaft „Die Purpurgeborenen“ genannt werden, auf künftige Ritterwürden vorbereitet. Sven, der Sohn des Königs von Dänemark und Friedrich, der Sohn des Herzogs von Schwaben. Friedrich ahnt es zwar zu diesem Zeitpunkt nicht, doch er wird eines Tages in die Geschichte eingehen. Ganz andere Gedanken umtreiben die schüchterne Adela von Vohburg, Erbin des Egerlandes, die unterwegs ist zum Hofe des neuen Kaisers, um dort Zeugin eines Turniers zu werden. Auch sie wird eines Tages durch Heirat aufsteigen. Eine ganz besondere Rolle hat ein umherziehender Spielmann, der einst als Findlingskind in einem Kloster aufgefunden wurde, und keine Ahnung hat, wer seine wohl vermögenden Eltern, gewesen sein mögen. Als gewitzter Spion mit Herz, zieht er durch die Lande, möchte aus einem Impuls heraus einem unglücklich verliebtem Paar helfen und überbringt beispielsweise Riechenza von Nordheim, keine guten Nachrichten. Und auch wenn zunächst kein offener Krieg ausbricht, nachdem Konrad zum neuen Kaiser gewählt wurde, brodelt es doch gewaltig und seine Gegner lauern auf Chancen, ihn zu stürzen. Es ist eine Zeit des Umbruchs und der Kreuzzüge…

Sabine Ebert hat mit „Schwert und Krone- Meister der Täuschung“, einen fast sechshundert Seiten langen ersten Teil einer neuen, opulenten, historischen Reihe über Friedrich I., genannt Barbarossa, geschaffen, dem es allerdings keinesfalls gerecht werden würde, wenn man ihn nur auf das Leben und Wirken genannter Persönlichkeit reduzieren würde. Denn der Auftaktband ist so viel mehr. Sabine Ebert rückt wieder einmal eine interessante Zeitepoche in den Fokus, die mich neugierig ans Buch gefesselt hat. Aus verschiedenen Sichtweisen, wird die Geschichte vorangetrieben und dank des sehr bildhaften Schreibstils, den die Autorin an den Tag legt, bekommt man keinesfalls nur eine nüchterne Geschichtsstunde geboten, sondern einen informativen Unterhaltungsroman. So weit so gut. Warum habe ich dann einen Punkt abgezogen bei meiner Bewertung? Ich muss zugeben, dass ich mich noch ein Tickchen besser in eine Geschichte vertiefen kann, wenn ich die Protagonisten zumindest im Kern sympathisch oder charismatisch finden kann. Leider gelang mir das diesmal nur bei wenigen Akteuren, wie zum Beispiel den Frauen. Natürlich sind die Männer dieser Zeitepoche nicht mit denen der heutigen Zeit zu vergleichen und natürlich mag es authentisch sein, sie als harte Krieger darzustellen, die ihre Frauen lediglich als schmückendes Beiwerk sehen und ihnen noch nicht einmal zubilligen, lesen und schreiben lernen zu dürfen, doch hätte ich mir hier und da doch gewünscht, dass Sabine Ebert ihre männlichen Akteure ein wenig vielschichtiger gezeichnet hätte. Sicherlich gab es auch in der Vergangenheit durchaus Männer, die die Intelligenz ihrer Frauen zu schätzen wussten und ihnen ihre Liebe offen gezeigt haben. Selbst wenn viele Ehen nur aus Vernunft- oder taktischen Gründen geschlossen wurden.

Dazu werden anfangs sehr viele Haupt und Nebenfiguren eingeführt, deren Werdegang im stetigen Wechsel erzählt wird. Mir ist es diesbezüglich etwas zuviel des Guten gewesen, wenn ich auch einsehe, dass die Geschichte durch diese Vorgehensweise, gleich aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden kann, was wichtig ist für die allumfassende Darstellung der historischen Begebenheiten. Immerhin bekommt man ein übersichtliches Namensverzeichnis am Anfang des Romans geboten, das Hilfestellung leistet und nebenher auch die verschiedenen Adelshäuser und deren Mitglieder näher beleuchtet, damit man sich während des Lesens gut zurecht finden kann. Abgerundet durch Stammbäume, einer Zeittafel und dem Nachwort der Autorin. Abschließend möchte ich diesen ersten Teil der neuen Reihe denjenigen Lesern ans Herz legen, die gerne Romane lesen, in denen vor allem die Historie an erster Stelle steht, denn selbst wenn „Schwert und Krone- Meister der Täuschung“, zur Gruppe der Unterhaltungsromane zugeordnet wird, ist es doch vor allem ein akribisch und mit viel Herzblut recherchiertes Stück Geschichte, das geneigte Leser wie ich, beigeistern wird. Leser, die lieber einen historischen Roman zur Hand nehmen, in dem der historische Hintergrund lediglich schmückende Staffage ist, sollten allerdings lieber die Hände von diesem Buch lassen.

Kurz gefasst: Opulenter, historischer Roman, der eine interessante Zeitepoche und die Ränkeschmiede und Machtspiele des Adels und der Geistlichkeit, in den Fokus rückt.