SEP auf Tour 2017 – Susan Elizabeth Phillips auf Lesereise

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Es ist bestimmt an die 10 Jahre her, dass ich meinen ersten SEP gelesen habe. Wenn mich nicht alles täuscht, dann war das „Ausgerechnet den?“, den 1. Teil der Chicago Stars Serie, die übrigens weder als Serie geplant war, noch ein neues Kapitel im Romance Genre aufschlagen sollte.

Doch beides ist passiert, ersteres, weil die Autorin, nach eigenen Aussagen einen passenden Helden für ihre Figur Dr. Jane Darlington brauchte, die, weil sie sich selber immer als IQ-Freak aus Außenseiterin empfunden hat und das ihrem Kind, wenn es denn einmal geboren werden sollte, keinesfalls antun möchte, und deswegen einen dummen Vater, bzw. Samenspender, suchte. Und genau den, hofft sie unter Footballern zu finden. Womit die Autorin wieder bei ihren „Chicago Stars“ gelandet war, die sie bereits in ihren Büchern um die Bonner Brüder installiert hatte.

Letzteres, weil der Autorin niemand gesagt hat, dass es zu der Zeit (als die Idee zu „Ausgerechnet den?“ entstand) ein ungeschriebenes Gesetz war, welches Harlequin ins Leben gerufen worden war, dass Liebesromane und Sport, vor allem auf internationaler Ebene, nicht zusammenpassen. Nun, wie falsch der Verlagsriese lag, dürfte klar sein.

Und die Reihe wurde immer erfolgreich und ist bis heute in min. 30 Sprachen übersetzte. Darunter auch überraschend exotische, was einmal mehr zeige, wie sehr uns Frauen doch Liebe, Familie und Nestbau und „Wer mit wem“ in die genetische Wiege gelegt worden ist und wie stark uns der Wunsch und darüber auszutauschen verbindet, so die Autorin. Wo sie recht hat, hat sie recht.

Bis SEP, mit der Veröffentlichung des 7. Teiles, das Thema für beendet erklärt hat, sehr zur Enttäuschung der Fans. Es sollte keinen weiteren Teil der „Chicago Stars“ mehr geben, darüber was sich die Autorin sicher.

Doch dann ist Piper in ihrem Kopf aufgetaucht. SEP erzählt, dass sie schon immer gerne über eine Detektivin als Heldin schreiben wollte, der sie viele als „männlich“ geltende Fähigkeiten, in Ermittlung und Ausbildung, mitgeben wollte. Ein weiblicher Bodyguard, das war die Idee. Nur welchen Helden sollte die Autorin Piper an die Seite stellen? Es musste jemand sein, der VIP genug ist um einen Bodyguard zu benötigen – und wieder kamen ihr ihre „Chicago Stars“ in den Sinn. Ergo Teil nur 8 der Serie. Ja, man sollte niemals nie sagen, etwas was ich auch lernen musste.

Ich finde es ja grundsätzlich schon einmal sehr spannend auf so unterhaltsame Art, wie sie SEP zu eigen ist, hier spielt wohl ihre Theater-affine Ausbildung mit ein, etwas mehr über den Entstehungsprozess einer Geschichte, bzw. Serie zu erfahren. Noch sehr viel spannender allerdings finde ich die Sache mit den Charakteren. Wie kommen sie in den Kopf der Autorin, werden sie nach (lebenden) Vorbildern beschrieben oder welche Figuren bedeuten der Autorin viel?

Besonders liebevoll hat die Autorin über „Berni“, eine ältere Dame und Nachbarin von Piper erzählt. Ihr hat sie sogar im Buch eine kleine Liebesgeschichte verliehen. SEP behauptet von sich selber, dass ihr mit dem Alter mehr und mehr der „Filter“ verloren ginge, der sie immer davor bewahrt hat alles Mögliche und Unmögliche „ungefiltert“ von sich zu geben. Ich persönlich finde ja, dass das eine sehr sympathische Eigenschaft ist, und vielleicht gefällt mir auch deswegen, die Figur der Berni so ausgesprochen gut.

Auch für Teenager hat SEP eine ganz besondere Zuneigung. Ihr hat sie mit Jada Ausdruck verliehen. Jada wohnt mit ihrer alleinerziehenden Mutter noch nicht lange in der Gegend, als Piper zufällig ihre Nachbarin auf Zeit wird. Und sie will unbedingt dazugehören und 400 $ gewinnen, die der Topf eines Attentäter-Spieles (mit Softprojektilen) hergibt. Keine Frage, dass es so zu einigen Verwicklungen kommt, wenn Jada an jeder Ecke immer auf Gegner lauert, die ihr ihrerseits einen Gewinn streitig machen wollen. Diese Idee hat SEP übrigens von ihrem Neffen, der ihr von der Aktion an seiner eigenen Schule erzählt hat.

Aber das war natürlich nicht alles was man auf einer Lesung mit SEP hören und erleben kann. So hatte die Autorin auch noch ein Bücher-Passagen erraten-Ratespiel im Gepäck und Siegertrophäen, für die schnellsten Antworten, in Form von Clownsnasen.

Leider blieben an Ende nur noch 15 min für die FAQs übrigen, was alle bedauert haben, inkl. der Autorin. Dafür gab es im Anschluss noch ein wenig persönliche Quality Time für jeden beim abschließenden Autogrammtermin.

Mir hat die Lesung wirklich viel Spaß gemacht. So ein Blick hinter die Kulissen und auf die Autorin meiner Lieblingsromane ist auch noch vielen Jahren des Lesens und vieler Leseerfahrungen doch immer wieder ein Highlight.

Nach Mannheim und Köln, steht heute noch Hamburg, und die nächsten Tage dann Hannover, Dresden und München an als Termine an und ich bin ziemlich überzeugt davon, dass SEP auch dort ihre Leser im Sturm zu erobern weiß.

Hier findet ihr die genauen Termine.

Ach, und bevor ich es vergesse: der 8. Teil der „Chicago Stars“, den ich gerade genieße, macht wirklich Spaß zu lesen und zeigt die ganze Bandbreite von SEPs Autoren Talent. Eine Rezension zum Buch folgt demnächst, doch eine Empfehlung gibt es von mir heute schon dafür.

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