Jörg Maurer
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Originaltitel
Verlag: Fischer
Ausgabe: ebook
Erscheinungsdatum: Februar 2015
Genre: Alpen-Krimi
Sprecher:in Hörbuch: Jörg Maurer
Teil einer Serie: Kommissar Jennerwein 07
Klappentext
Ein Häcksler im Garten ist die letzte Station des Ex-Nobelpreisjuroren Bertil Carlsson. Dabei hatte er sich doch so wohl gefühlt im idyllisch gelegenen Kurort, eine Stütze von Trachten- und Heimatverein. War es ein grausiger Unfall? Oder Mord? Kommissar Jennerwein verhört hartleibige Brauchtumswächter und enttäuschte Nobelpreiskandidaten. Als die Gerichtsmedizin feststellt, dass im Puzzle der Leichenknochen ein Körperteil fehlt, sucht Jennerwein nach ähnlichen Fällen und stößt auf ein schier unfassbares Forschungsprojekt...
Quelle: Fischer
Ankes Bewertung
Eigentlich sollten die Birken vor dem Haus dran glauben, doch nachdem der Ex-Nobelpreisjuror Bertil Carlsson selber Bekanntschaft mit seinem Gartenhächsler gemacht hat, füllen statt Birkenmulchs nun seine breiigen, körperlichen Überreste die Auffangwanne.
Doch was zunächst wie ein Unfall aussieht, lässt Kommissar Jennerwein einfach keine Ruhe. Irgendetwas stimmt hier nicht. Womit das jedoch zusammenhängt, bleibt unklar, bis die emsige Gerichtsmedizin Bertils Knochen rekonstruiert hat und dabei eine Entdeckung macht. Und Jennerwein am Ende dann doch noch einen Mordfall verschafft.
Es ist immer wieder ein Vergnügen, den wort- und stimmgewaltigen (der Autor liest das Hörbuch selber) Geschichten von Jörg Maurer zu lauschen.
Dass die Reihe dabei schon in die 7. Wiederholung geht, ist vor allem im Hinblick auf die nach wie vor hohe Unterhaltungsqualität, wirklich fantastisch. Denn auch dieses Mal findet sich Jennerwein in einem spannenden Fall wieder, der ganz die Spezialität des Autors, einen unglaublichen Verlauf nimmt.
Die Geschichte wird auf mehreren Ebenen erzählt, die von scheinbar un-zusammenhanglosen Geschehnissen berichten, die sich im Verlauf der Geschichte jedoch an durchaus überraschenden Stellen zusammenfügen.
Dabei bevölkern durchweg krude, irre und skurrile Figuren "Der Tod greif nicht daneben". Vom Autor so gewandt und wortgewaltig beschrieben, dass man die, mal wahnsinnig und mal unheimlich realistischen Charaktere beinahe zu fürchten lernt.
Aber Vorsicht, das vermeintlich Wichtige, kann am Ende unwichtig sein und das Detail dann doch von Bedeutung. Zudem lockt der Autor seine Hörer gerne mit ihren Vermutungen in die falsche Richtung; will meinen, seinen Figuren, die "Worte einfach im Mund herumzudrehen".
Ein Detail am Rand, dass ich sehr amüsant finde, ist auch, auf welche Art und Weise der Autor es stets schafft alte Bekannte der Reihe, erneut in die Geschichte einzubauen. Davon profitieren natürlich in erster Linie Fans des Autors, die auch die anderen Jennerwein-Bücher kennen.
Übrigens, die vielen Hand-Metaphern, die der Autor ins Buch eingebaut hat, runden das Buch für den Leser - die Figuren an sich haben weniger davon - auf höchst köstliche Weise ab. Es ist höchst kurzweilig, danach Ausschau zu halten.
Dass das Hörbuch vom Autor gelesen wird, ist natürlich genial, ganz besonders, wenn der Autor ein so begnadeter Geschichten-Vorträger ist. Da ist es auch (fast) nicht schlimm, dass es sich hier um eine gekürzte Fassung der Geschichte handelt.
Kurzgefasst: diesmal wirds handgreiflich! Ganz zum Vergnügen des Hörers, ein detailfreudiger, wortgewaltiger bayrischer Krimi, grandios vom Autor selber vorgetragen.