Swantje Berndt — Stadt aus Glas

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Stadt aus Glas
Swantje Berndt

Originaltitel:
Verkauft durch: Amazon Media EU S.à r.l.
ASIN:BB075VX7FM6
Erscheinungsdatum: Oktober 2017
Genre: Fantasy

Teil einer Trilogie: Lieder von Schatten und Licht
1) Das Schlehentor ( November 2016 )
2) Die Stadt aus Glas ( Oktober 2017 )

Klappentext

Von den fahlhäutigen Wissenden entführt, wird Fiona an einem Ort aus Glas und Licht gefangen gehalten. Der Erste Rektor des Hohen Rates setzt alles daran, ihren Willen zu brechen.
Cordic vermag nicht, ihr zu helfen, obschon er ihren Zustand in seiner eigenen Seele spürt. Die Macht des Großen Schutzes zwingt ihn mehr und mehr in die Knie.
Während die Grenzgänger bis zum Felsenreich Khatalah vordringen, um Rag und die Clankrieger herauszufordern, spinnt sich ein Netz aus Intrigen und Lügen um ihn und Fiona.
Es vergeht ein Jahr, ehe er sie wiedersieht.
Doch sie ist nicht mehr das Mädchen, das er in seine Welt gelockt hatte.
Vor ihm steht eine junge Frau, deren Seele von der Gefangenschaft gezeichnet ist.
Er versucht, ihr zu helfen und entdeckt, dass er weit mehr für sie empfindet als Freundschaft und Mitgefühl.

Quelle: Swantje Berndt

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Kas Bewertung

Als Fiona im ersten Teil der „Lieder von Schatten und Licht“-Trilogie unter dramatischen Umständen in Kontakt mit einem Wanderer kommt, fragte ich mich: Wo wird das wohl enden? Nun, nachdem ich „Stadt aus Glas“ gelesen habe, weiß ich wie für Fiona diese zweite Episode beginnt! Ich muss sagen, das Gefühl das Swantje Berndt in dieser Situation beschreibt, erzeugte bei mir eine gehörige Portion Beklemmung. Man kann nachvollziehen, was Fiona in diesen Momenten, die einer Ewigkeit gleichen und doch nur einen Funkenschlag andauern, erdulden, erleiden muss. Doch das, wird erst der Anfang des mühseligen Weges sein, den Fiona zu beschreiten hat. Einen Weg, auf dem sie lernt, dass sie aus Licht UND aus Schatten besteht.

Und Cordic? Ihm fehlt Fiona auf vielfältige Weise, obwohl er von sich selbst denkt, ihr nie genügen zu können. Für mich als Leser war es zermürbend mitzuerleben, dass Cordic in der Situation, in der er ist, Fiona nicht helfen kann – umgekehrt genauso. Am liebsten wäre ich in die Geschichte gesprungen um Fionas „Großvater“ – er verdient dieses Bezeichnung nicht annähernd – den Marsch zu blasen bzw. um dem was in der gläsernen Stadt mit Fiona und den Mensch passiert, ein Ende zu bereiten. Nieder mit dem Großen Schutz! Als dann Num auftaucht blitze in mir so etwas wie Hoffnung auf. Und so schnell, wie die Hoffnung da war, war sie auch schon wieder weg. Das Lesen von „Stadt aus Glas“ war wie eine Suche, eine Suche nach der Hoffnung, nach einer Lösung.

Es gab Stellen, die waren so schön geschrieben, dass ich sie mehrmals lesen musste. Eine möchte ich hier zitieren. Zitat Anfang: „Ihr Herz gehorchte dem Wispern, dehnte sich aus, verlangte Nähe, Vertrautsein. Wollte schützen und geben. So viel geben. Dabei besaß sie so wenig. Alles, was sie ausmachte, was Cordic hätte helfen können, hatten ihr die Wanderer genommen. Ihr Herz scherte sich nicht darum. Es raffte zusammen, was es zu fassen bekam. Jeden Krümel Mitgefühl, jedes Körnchen Mut. Sogar den Funken eines längst erloschenen Gefühls rettete es aus endloser Leere, blies es sacht darauf und fütterte es mit einer nachtschwarzen Strähne.“ Zitat Ende. ( Entnommen aus dem hier rezensierten Buch „Stadt aus Glas – Lieder von Schatten und Licht, Zweite Strophe“, © Swantje Berndt 2017, Position 3764 von 6140, 61 % des eBooks)

Das ist einer der Gründe, warum ich Geschichten der Autorin so gerne lesen. Ein anderer ist, dass Frau Berndt es dem Leser abverlangen, sich in das Buch fallen zu lassen. Man muss hinabsteigen, hineinsteigen, hinaufsteigen, einsteigen ins Geschehen, um es in seinem ganzen Umfang erfassen zu können. Man wird gefordert und das ist auch gut so. Wer die Erzählungen von Swantje Berndt kennt weiß, dass sie nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern mit Emotionen, den lichten, sowie den dunklen spielt.

Wenn ich etwas vermisst habe, dann etwas Kleines: In der Vielzahl der Charaktere, verliert man – vor allem am Anfang – etwas den Überblick. Hier wäre es sehr hilfreich gewesen, so etwas wie ein Art „Glossar“ zur Hand zu haben, das mir beim Lesen dabei hilft, die Charaktere von vorne herein richtig zu erfassen bzw. zuzuordnen. In der Summe, ist das, was „Lieder von Schatten und Licht – Zweite Strophe“ ausmacht, in der Wortwahl wunderschön bildhaft, in der Handlung durchaus auch mal heftig, selbstverständlich spannend und ja, in manchen Zügen sehr traurig und dann wieder liebevoll. Und das Ende? Himmel – bitte nicht! Ich wünschte, es wäre ein anderes! Doch da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, warte ich still und leise auf den letzten Teil der Trilogie! 4,5 Punkte.

Kurz gefasst: In „Stadt aus Glas“ verschwimmen die Grenzen zwischen Schatten und Licht.