[Tratsch & Quasselbox] Buch versus Film

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Hallo Ihr Lieben,

wie Ihr wisst, bin ich ein begeisterter Zuschauer des Podcasts der Herren Torsten Sträter, Hennes Bender und Gerry Streberg, weil ich die Art und Weise wie die drei Filme besprechen, einfach klasse finde, denn sie besitzen auch jede Menge an spannendem Hintergrundknowhow und sind somit wahre wandelnde Enzyklopädien des Filmwissens. Ich durfte mir vergangenes Wochenende meinen Gewinn, die Mystery Box abholen, die mir Gerry persönlich im „Little Nemo“ überreicht hat und er hat sich dazu Zeit für uns genommen und fast eine Stunde mit uns über Filme & Co. gequatscht; das war eine tolle Sache, aber dazu an anderer Stelle, in einem anderen Beitrag mehr.

In meiner heutigen Tratsch & Quasselbox Ausgabe, möchte ich über ein Thema sprechen, das ein Zuschauer des Podcasts, angesprochen hat. Es ging in groben Zügen darum, dass der Zuschauer der Meinung war, dass ein Film immer besser sei, als ein Buch. Allerdings leider in einem ziemlich schnoddrigen Tonfall verfasst. Sehr gut fand ich allerdings die Antwort der Herren darauf. Wer mag und neugierig geworden ist, dem empfehle ich, besagte Stelle im neuen Podcast selbst nachzuhören/nachzuschauen. Ab ca. Minute 26.15. Hier mal für Euch verlinkt:

Sträter, Bender, Streberg Podcast Folge 41.02

 

Lange Rede, kurzer Sinn… ich empfand beim Zuhören zunächst Ärger, dann Mitleid mit dem Zuschauer/Zuhörer, der scheinbar noch nie in die faszinierenden Welten eines Buches abgetaucht ist. Es ist für eine dermaßen große Leseratte, wie ich es bin, einfach schwer vorstellbar, dass es Menschen gibt, die Lesen langweilig finden, bzw. einem Film den Vorrang über ein Buch geben.

Sicherlich liebe ich Filme und natürlich kitzeln sie, wenn sie gut gemacht wurden, eine große Bandbreite an Emotionen aus den Zuschauern heraus, doch sehe ich Filme, die auf Romanvorlagen basieren, eher als nette Ergänzung zur Romanvorlage. Denn nichts schlägt doch die eigene Vorstellungskraft, die sich beim Lesen einstellt. Beim Lesen gibt es nur die Story, in die man abtaucht und sein ureigenes Kopfkino und die Verschmelzung dieser beiden Positionen, hat eine dermaßen große Intensität, dass man alles andere um sich herum vergisst. Ob vergangene Zeitepochen, spannende Krimiplots oder fantastische Storys; wenn man sich darauf einlässt, ist das Lesen wie eine schillernde, bunte, spannende Reise für die man keinerlei Tickets benötigt.

Mehr noch, Bücher sind wie Freunde für mich- ehrlich gesagt wüsste ich nicht, wie ich so manche schwere Zeiten in meinem Leben gemeistert hätte, ohne die Ablenkung eines Buches. Als ich im Kindesalter von einem Auto angefahren wurde, hatte ich mit dem Lesen von Büchern noch nicht viel am Hut. Doch meine Verletzungen waren so schmerzhaft, dass ich wochenlang meine Beine nicht bewegen konnte und daher ans Bett gefesselt war. Ängstlich lag ich nun da, befürchtete, vielleicht nie wieder gehen zu können und konnte die mitleidigen Blicke meiner Eltern kaum noch ertragen. Zwar stand ein Fernseher vor mir, doch konnte ich mich auf nichts, was lief, so richtig konzentrieren. Und nein, das lag nicht daran, dass es nur drei Programme gab. ;-)

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Ich bekam schließlich Besuch von demjenigen, der mich mit seinem Auto erfasst hatte und er brachte mir zwei Bücher mit. Ich weiß es noch heute, es waren Teile der Schneiderbuchserien „Hanni und Nanni“ und „Dolly“. Als er gegangen war, blätterte ich zunächst eher nebenbei in den Büchern, doch in Ermangelung anderer Möglichkeiten, beschloss ich, kurz mal hineinzulesen. Und was soll ich sagen, ab diesem Moment war ich infiziert. Es ist schwer, einem Menschen, der nicht gerne liest, begreiflich zu machen, was er verpasst, jedoch empfinde ich immer großes Mitleid. Einen Film mit der Romanvorlage gleichzusetzen, das ist für mich so, als hätte ich die Wahl ein Stück Käsesahnetorte zu essen (Buch) oder nur anzusehen (Film). Okay, der Vergleich mag etwas hinken, doch ich hoffe, Ihr wisst, worauf ich dabei hinaus möchte. ;-) Und weil ich das Lesen so großartig finde, nach wie vor, möchte ich mein liebstes Hobby natürlich auch anderen Menschen näherbringen. Leuten, die vielleicht gerade schlechte, schwierige Zeiten durchmachen und Ablenkung, etwa durch ein gutes Buch, gut gebrauchen können. Der Hauptgrund für mich, wieso ich vor zehn Jahren begonnen habe, Rezensionen zu schreiben und über Bücher zu bloggen.

Es wäre schade, wenn plötzlich keiner mehr lesen würde, denn dann würde auch die Fantasie von vielen Menschen verkümmern. Und was wäre ein Leben, in guten und schlechten Zeiten, ohne die Fantasie? Trist, langweilig und traurig! Wenn einem nur noch die Fantasien einer Filmcrew oder anderen Zeitgenossen vorgegeben würde, man sich nicht mehr bemühen bräuchte, eigene Bilder im Kopf zu schaffen, dann wäre unser Denken plötzlich sehr eintönig, oder?

Wie seht Ihr das?

Eure Nicci