Und wie ist die Moral von der Kritik?

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Sie geht voll vorbei an der Thematik!

So ist es tatsächlich geneigte Leserinnen und Leser,

unlängst wurde ich „Zeuge“ einer Rezension, die eigentlich keine Rezension ist. Doch was hat eine Rezension, die keine Rezension ist, unter der „Rubrik“ Rezension beim großen A zu suchen? Warum wendet sich der Leser, dem ein bestelltes eBook offensichtlich nicht geliefert wurde, nicht per Mail ans große A und übt direkte Kritik? Warum wird statt dessen eine Rezensionen zum Buch geschrieben, das man nie gelesen hat, da man es ja offensichtlich nie bekommen hat, mit dem ungefähren Wortlaut. „Ich habe mir vor einiger Zeit ein eBook bei A bestellt. Bis zum heutigen Tag ist das Buch nicht auf meinem eBook-Reader eingetroffen.“

Natürlich *ironiemodus aus* handelt es sich hierbei um eine 1-Sterne-Rezension. Eine 1-Stern-Rezension für ein Buch, das man nie bekommen hat, also nicht kennt ergo nie gelesen hat und auf die das große A NIE reagieren wird, weil die Buchbesprechung, die keine Buchbesprechung ist, schließlich direkt beim Autor des Buches landet!

Irgendwie ist in Sachen Buchbesprechungen, sprich Rezensionen der Wurm drin! Die „Rezensionsmoral“, ich nenne das Phänomen jetzt einfach mal so, geht langsam den Bach runter und Autoren werben neuerdings nicht nur für ihre Bücher, sondern auch dafür, dass Leser dieser Bücher, bitte Rezensionen dazu schreiben mögen ( Ich bin da voll dafür!!! :D ), weil sonst die Werke der Autoren im Buchnirvana vom großen A verschwinden, was alles andere als Sinn einer Buchveröffentlichung ist!

Da ich persönlich gerne Rezensionen und Meinungen über Bücher lese, frustriert mich das Schwinden selbiger auch sehr. Und wenn ich dann noch anstatt einer Rezension, die sich – wie es sich normalerweise gehören sollte – auf den Inhalt eines Buches bezieht, zur Kritik an den eBook-Versender verkommt, stellen sich mir dezent die Nackenhaare auf! Das ist das Gleiche, als würde ich eine Buchrezension schreiben, in der zum Beispiel stehen würde: „Das Buch kam heil bei mir an, da die Verpackung einfach erstklassig war!“ Oder die negative Form: „So ein zerfleddertes Päckchen, kann sich die Versandabteilung in die Haare schmieren! Mit mir NICHT …!“

Hach ja … wenn ich sieben Jahre in der Zeit zurück gehe, konnte man durch einen schönen, satten Wald, voller Rezensionsbäume laufen. Man pflückte sich dort eine Portion Input, nahm sich an jenem ein Häppchen Spoiler, am anderen ein Häufchen Humor und dem übernächsten Rezensionsbaum eine scharfe Prise Kritik mit. Und nun, nun wird es immer schwieriger für Leute wie mich, die gerne Buchbesprechungen lesen und natürlich auch für die Autoren selbst. Wir verhungern allmählich in einem Wald, in dem keine Rezensionsbäume mehr wachsen. Im Zusammenhang mit dieser Situation, fällt mir ein Zitat von Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ein, das da lautet:

„Man kann einen Garten nicht düngen, indem man durch den Zaun furzt.“ ( Marcel Reich-Ranicki, * 2. Juni 1920, † 18. September 2013, deutsch-polnischer Publizist und Autor )

Ergo: Lest Bücher, schreibt Rezensionen ( der Dünger für Autoren und neue Bücher ;-) ) und animiert somit Autoren weitere Werke zu schreiben. Ich möchte auch in Zukunft eine kunterbunte Leselandschaft vorfinden! Es muss frustrierend für Menschen der schreibenden Zunft sein, keine Rückmeldung zu getaner Arbeit zu bekommen. Rezensionen sind der Applaus ( manchmal auch Pfiffe ;-) ), den wir Leser dem Autor schenken. In diesem Sinne

Ka