Valerie Mendes- Die Schwestern von Larkswood

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Valerie Mendes-        Die Schwestern von Larkswood
Originaltitel:               Larkswood
Verlag:                         Weltbild/TB/510S.
ISBN:                            978-3959732697
Erscheinungsdatum: 05/17
Genre:                          Historisches, Familiensaga

Nicoles Bewertung: 4 von 5 Punkten

Die Schwestern von Larkswood

Klappentext: (Quelle: Weltbild Verlag)

Eine junge Frau. Ein altes Haus. Ein lebloses Bündel, das nachts im Wald verscharrt wird. Als die junge Louisa Hamilton im Jahr 1939 ihren Großvater Edward auf Larkswood House besucht, verliebt sie sich sofort in das alte Haus. Doch Edward, der erst kürzlich nach jahrzehntelanger Abwesenheit aus Indien zurückgekehrt ist, hütet ein düsteres Geheimnis. Als Louisa ein rätselhaftes Familienbild findet, hält sie den Schlüssel in der Hand zu jenem schrecklichen Sommer …

Nicoles Rezension:

Larkswood 1897:

Die Geschwister Edward, Cynthia und Hannah könnten unterschiedlicher nicht sein. Dennoch sind sich die Geschwister sehr verbunden. Vielleicht auch, weil die Eltern ihnen nicht viel Liebe entgegenbringen und die meiste Zeit auf Reisen sind. Mittlerweile ist Cynthia im heiratsfähigen Alter und es findet zu ihren Ehren ein Ball statt. Sie hat gleich mehrere Verehrer, doch sie mag sich nicht entscheiden, weil der eine, den sie will, ihr eine Abfuhr erteilt. In diesem Sommer wird jedoch etwas Schwerwiegendes geschehen, das das Leben der drei Geschwister für immer grundlegend verändern wird.

Larkswood 1939:

Um ihr Pfeiffersches Drüsenfieber auszukurieren, wird die junge Louisa aufs Land zu ihrem Großvater Edward geschickt. Das Anwesen Larkswood, gefällt ihr außerordentlich und auch mit ihrem Großvater kommt sie gut zurecht. Allerdings glaubt sie, dass Edward etwas vor ihr verbirgt. Als Louisa damit beginnt, Nachforschungen anzustellen, stößt sie auf eine lang totgeschwiegene Familientragödie.

Da ich spannende und geheimnisvolle Schmöker im Stile einer Kate Morton, Barbara Wood oder Barbara Erskine sehr mag, stieß ich irgendwann im Zuge meiner Suche nach ähnlichen Romanen auch auf die Weltbildausgabe von Valerie Mendes „Die Schwestern von Larkswood“. Wie im Innenteil des Romans zu lesen ist, ist die Autorin die Mutter des Regisseurs Sam Mendes, der seinerzeit auch mal mit Schauspielerin Kate Winslet verheiratet war.

Der Roman wird im Wechsel auf zwei Zeitebenen erzählt. Alle agierenden Personen sind jedoch Mitglieder einer Familie, so dass man hier eher eine spannende Familiensaga zu lesen bekommt, in der Edwards neugierige Enkelin Louisa, Dreh und Angelpunkt, bzw. treibende Kraft ist. Die Autorin hat einen ansprechenden Schreibstil, keine Frage, ich konnte gut abtauchen in die Geschichte und mich ebenfalls gut in die Akteure hineindenken. Allerdings mit einer Einschränkung. Ich hatte einige Probleme mit der Übersetzung. (Zumindest denke ich, dass es an der deutschen Übersetzung liegt). Mal war sie zeitgemäß, den Epochen entsprechend, dann wiederum drückten sich die Figuren im Roman dermaßen modern umgangssprachlich aus, dass ich nur noch genervt mit den Augen rollen konnte. Sätze wie „Er hatte keinen Bock darauf, um es kurz zu machen,“ (Zitat Seite 264) hatten einfach nichts im Gedankengut eines Mannes der um 1874 geboren wurde, zu schaffen! Und auch Edwards Verhalten entsprach so manches Mal nicht das, eines älteren, reiferen Mannes.

Da man die Übersetzung jedoch nicht der Autorin ankreiden kann, habe ich diesen Kritikpunkt bei meiner Bewertung natürlich nicht einfließen lassen.

Die Heldin des Romans, Louisa, ist eine sympathische Heldin und die kleine, sich sehr langsam entwickelnde Liebesgeschichte mochte ich ebenfalls sehr. Dazu kamen die Familiengeheimnisse, die natürlich erst auf den letzten Seiten gelüftet wurden. Einerseits fand ich es sehr packend zu lesen, welche Geheimnisse Louisa aufdecken konnte, andererseits möchte ich dennoch nicht mehr als 4 von 5 Punkten für den Roman vergeben, weil ich alle übrigen Akteure, außer Louisa ein wenig blass und stereotyp beschrieben fand. Und dass die Heldin, während sie an einer solch schlimmen Krankheit litt, denn selbst heute ist Pfeiffersches Drüsenfieber nicht ohne, an der sie womöglich hätte sterben können, von ihren Eltern „aus Sorge“ aufs Land geschickt wurde, weil sie zu Hause die geplante Saison für die strunzdumme Schwester nur stören würde, also das war mir auch ein wenig „too much“ und unglaubwürdig inszeniert von der Autorin.

Kurz gefasst: Spannende Familiensaga mit einer sympathischen Heldin im Fokus- allerdings auch mit kleinen Schwächen.